Samstag, 29. Mai 2010

Sehen

Sehen

Ich glaube, wir sollten anfangen uns mehr zu sehen.
Wir haben es verlernt, es ist in unserer Gesellschaft nicht mehr vertretbar den anderen zu sehen.
Auf meinem Weg nach Hause, saß in der U-Bahn eine Frau neben mir, die bitterlich weinte. Keiner hat etwas gemacht. Warum auch? Es ging sie alle ja nichts an.
Ein nachvollziehbarer Gedanke. „Es ist ja nicht mein Problem“; „Vielleicht will sie ja gar keine Hilfe“ werden einige bestimmt gedacht haben.
Andere werden sich aus der Neugierde gefragt haben, was ihr wohl zugestoßen ist, dass sie so weint und wieder andere, werden gedacht haben sie hat vielleicht zu viel getrunken und dadurch ist sie emotionaler oder reagiert über.

Sie saß also neben mir und auch mir schwirrten einige Gedanken im Kopf herum. Eine kleine Weile habe ich überlegt was ich machen soll bzw. ob ich überhaupt etwas machen soll.

Ich habe sie gefragt, ob ich ihr irgendwie etwas gutes tun kann.
Eine Frage die sie ignorieren kann, aber andersherum auch auf die sie eingehen kann.
Als ich sie das zweite mal fragte, da das erste in ihrem schluchzen unterging, schaute sie mich an, nahm meine Hand und hielt sie fest.
Ja. Das war es. Sie weinte weiter, hielt meine Hand und ab und an schaute sie mich an und lächelte zaghaft, aber dankbar.
Zwei Stationen später bedankte sie sich und stieg aus.

Ich wünsche mir, dass ich durch mein Fragen und meine Hand ihr zeigen konnte, dass sie nicht unsichtbar ist. Und ich hoffe von ganzem Herzen, dass sie jemanden hat und jetzt nicht alleine ist, -wenn es das ist was sie braucht-.
Ich wünsche mir, das mehr Menschen in Berlin den Mut haben einen Fremden zu sehen.
Nein sagen (des Fremden) auf eine Frage nach dem Befinden oder nach Hilfe ist eine Möglichkeit.
Aber eine Hand zu halten kostet mich nichts und ich konnte es geben. Zuzuhören auf einer U-Bahnfahrt kostet mich nicht. Und auch ein lächeln kostet nichts.
Ist es nicht schön, dass es mit die kostbarsten Dinge immer noch umsonst gibt? Und immer geben wird?

Ich bin der Meinung, dass wir durch das sehen des Fremden wieder lernen aufeinander zu schauen und acht zu geben. Das Leben des anderen geht mich nichts an und ich möchte keine Verantwortung übernehmen, aber einfach nur da zu sein, das kann jeder. Für einen Moment.
Ich glaube auch, dass viele Unfreundlichkeiten in unserem Leben oder auch Grausamkeiten durch 'den anderen sehen' vermieden werden kann.

Ich werde wahrscheinlich nie erfahren, was mit ihr ist, aber ich hoffe dennoch, dass es ihr gutgeht.

Cut!!!

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Ich sende euch frohe und gesegnete Weihnachten aus dem warmen Australien. Ich hoffe ihr findet kommt nach einem ereignisreichem jahr zu der ruhe die ihr verdient habt und geht gestärkt in das neue jahr.
Für mich ist dieses Weihnachten eins der unaufregendsten und doch irgendwie aufregendsten Weihnachten überhaupt. Zum einen weil ich mal wirklich ohne Weihnachtsstress aus dem ganzen raus gehe, dann weil es warm ist und weil Jewel und ich heute und morgen nacht arbeiten werden. Als Bartender. Das wird lustig.

ALso meine lieben. Lasst euch das Wunder nicht entgehen, Gott hat seinen Sohn für uns geschickt.

Ich denke an euch und vermisse euch in dieser besonderen Zeit ganz doll.

Eure Sophie


Ps. Dieses JAhr hab ich ernst gemacht mit Antiweihnachten =)

was bei mir so passiert ist.....

Sophie und 13 Frauen unterwegs…
Anfang November habe ich mir ein Wochenende eine Auszeit genommen und bin mit den Frauen aus dem Credo Cafe (Cafe für sozial benachteiligte/ obdachlose) auf ein wir-lassen-es-uns-gutgehen-Wochenende gefahren. Es war toll. Im Großen und Ganzen, hatte ich eine gute Zeit. Wir sind nach Ocean Grove gefahren, dass ist ca. 2 Stunden Autofahrt von Melbourne weg und direkt am Meer. Es hat einen kleinen See und wir haben in einem wunderschönen Haus gewohnt mit Seeblick. Das war echt fantastisch. Wir hatten eine große Terrasse, einen rieseigen Aufenthaltsraum, einen Pooltisch und wir hatten Trauerweiden vor der Tür. Das War echt toll. Das Wetter war okay, aber nicht super. Wir hatten ein bisschen regen, aber am letzten Tag hatten wir Sonnenschein und Resteessen auf unserer Terasse. Die Sonne hier ist mörderisch. Ehrlich. Ich war vielleicht eine halbe stunde in der Sonne und habe schon Farbe bekommen. Vor allen Dingen wo es jetzt auf den Sommer zugeht muss ich wirklich aufpassen.
Das Wochenende war schön, auch wenn es für mich irgendwie zu Stress ausartete. Seitdem ich im Hostel gewohnt habe bin ich doch sehr auf meine „allein“ zeit bedacht. Also auf meinem Freiraum. Und wo ich doch die letzten Monate oft das Gefühl hatte viel zu viel alleine zu sein, hatte ich an diesem Wochenende dann das Gefühl es war einfach zu viel. Jeder der mich kennt, weiss wie gerne ich unter Menschen bin, aber sobald ich zu wenig Zeit für mich habe werde ich speziell. SO auch diesem Wochenende. Ich muss aber auch dazu sagen, dass sehr spezielle Menschentypen dabei waren. Und ich mittendrin. Von Dot, die eine liebenswerte, ältere ein wenig verwirrte Dame war, über Maureen (auch eine ältere Dame) die wie ein kleines Kind lebt und ich meine die wie ein Kind glaubt. Sehr erfrischend. Über Ellie, mit der ich gar nicht zurechtkam und die (nachdem ich mich wirklich gut zurückgehalten habe) dann doch ein paar weniger nette Sprüche kassieren musste. Das tolle bei Ellie war, dass ich immer Olis kommentare im ohr hatte. Klingt ziemlich gemein oder. Naja ist eben so.
An dem Samstag sind wir mit der Fähre nach Sorrento gefahren und es war super. Ich habe zum ersten mal in meinem Leben Delfine gesehen. Bestimmt 7 oder so. Das war eines der grössten Geschenke für mich. Seit ich denken kann wollte ich Delfine in freier Wildbahn sehen. Das war der Himmel auf Erden. Wirklich. Am liebsten würde ich ja mit ihnen schwimmen. Das ist noch mal ein Traum von mir.
Wer weiss, mir wurde gesagt, manchmal werden träume auch wahr =)
Soviel zu dem Wochenende….
Nun um mal ein bisschen aufzuholen zu den Punkten mit denen ich meinen letzten Eintrag beendet habe. Ich weiss sie sind nicht mehr aktuell, aber sie sind passiert und ich möchte sie gerne teilen. Und an alle die diesen Blog lesen (auch wenn ich manchmal glaube es liest ihn keiner, danke. DANKE, dass ich meine Erlebnisse mit euch teilen darf und somit das Gefühl habe, dass ihr mit mir seid) Es gibt schon wieder ne ganze Menge neues, aber dazu später mehr….=)
Also:
Jewels Besuch in Melbourne:
Kurz nachdem ich in mein Haus eingezogen bin, kam Jewel mich besuchen, was mich hier noch heimischer gemacht hat. Wir hatten eine gute Zeit und haben viel geredet und zu Hause gehangen. Einen Abend habe ich sie ausgeführt und wir hatten eine super zeit. Afrikanisch essen, danach verschiedene Bars und zum Abschluss noch in den Blue Dimanond ein bisschen tanzen und gute Musik und eine gute Aussicht genießen. Das war wirklich schön. Im Oktober hatten wir in meiner Kirche das „Spring into Gospel Festival“. Vier Sonntage im Oktober mit verschiedenen Gospelchören. Wir hatten echt die volle Bandbreite von Gospelmusik. Am ersten Sonntag hatten wir „Heaven knows“ vier Frauen, die a capella Gospelmusik gemacht haben. Am zweiten Sonntag hatten wir „The Rhythm project“ eine Mischung aus Urban Hiphop Gospel Musik. In dem Chor singe ich jetzt auch mit. Am dritten Sonntag hatten wir den Melbourne „Mess Gospel Choir“ ein Chor bestehend aus 80 Mitgliedern und „traditioneller“ Gospelmusik. Echt klasse. Ich war bei allen Konzerten die Moderatorin was eine gute Herausforderung für mich war, das ganze auf Englisch zu machen. Aber ich habe sehr gutes Feedback bekommen. Ein Mädchen aus Deutschland kam eine Woche später wieder und ich habe mich ihr vorgestellt und sie meinte: hää, du deutsch? Wie krass dein englisch klingt so englisch?!?!?! Das war echt süß. Am letzten Sonntag hatten wir einen Festival Gottesdienst.
Jewel und ich dachten ja sie bleibt bis Donnerstag, aber Dienstag abend haben wir dann festgestellt, dass ihr flug schon am Mittwoch ist. Das war wirklich traurig. Ich habe sie dann zum Flughafen gebracht und konnte auch nicht aufhören zu weinen. Das war ganz komisch. Ehrlich. ICh meine nun sind wir schon auf einem Kontinent, aber das war einfach zu komisch. Geplant war ja das sie zu weihnachten wiederkommt, aber Dinge ändern sich, dazu später mehr, ich will mir ja nichts vorweg nehmen.
Zu Jon und Lucy und ihren beiden Kids:
Ich habe ja schon gerne Kinder um mich rum und vor allem durch das letzte Jahr mit Daniela als Taufpatin und den Zwillingen, fehlten mir Kinder hier schon sehr. Aber es gibt ja Dan und Ben. Ben ist 3 und Dan ist 1. Sehr süß die beiden. Neulich habe ich auf sie aufgepasst (ich habe ja sonst nichts zu tun =)) Nein, aber Jon und Lucy machen echt ne Menge für mich und sie waren beschäftigt mit ihre Essays für die Uni, also habe ich ein bisschen aufgepasst. Jon ist „teilzeit“ Pastor in meiner Gemeinde. Wir machen im 5pm Gottesdienst Sonntags die Musik. Ich singe, er spielt Gitarre und Dave (nicht mein Mitbewohner sondern PianoDave) spielt Klavier. Es ist echt schön und wir haben Musik eine ganz neue Rolle gegeben. Was ich ja zum Beispiel im Gottesdienst super wichtig finde (Musik) war vorher eher immer ein bisschen im Hintergrund. Wo ich ganz klar sagen verschiedene Menschen beten Gott auf verschiedene Weisen an, so sollten wir doch versuchen mehrere Elemente im Gottesdienst zu bedienen. Es macht echt spass und ich lerne viele neue Lieder und die Gemeinde lernt auch viele neue Lieder. Ich glaube ich bringe ihnen auch noch ein einfaches Deutsches Lied bei bevor ich gehe.
Jon und Lucy wohnen in meiner Nachbarschaft. 5 minuten von meinem Hentfernt- zu fuss. Manchmal wenn Jon und ich uns zufällig auf der Strasse treffen singen wir gemeinsam. Wir singen überall. Das ist echt lustig.
Lucy musste ein Essay über Tisch Spiritualität schreiben. Also über Gott, gemeinsam essen, Essen im Allgemeinen, Menschen einladen und hosten. Sie hat das so super aufgebaut. Sie hat 3 Menschen mit verschiedener Herkunft interviewt. Eine Italienerin, eine Französin (oder halb Französin) und mich. Sehr interessantes Thema. Wirklich. Ich bringe das Essay auch mit, für die die es lesen wollen.
Nun zu den aktuellsten Geschehnissen in der Welt und damit meine ich nicht die Finanzkrise, sondern in meiner Welt =)
Das Wetter hier wird immer sommerlicher und der versprochene Sommer kommt bald, was auch Zeit wird, denn langsam friere ich glaube ich aus Gewohnheit.
Jewel wollte ja zu Weihnachten zu mir kommen, war sich aber nicht sicher ob sie das schafft auf Grund von aktuellen Geschehnissen in ihrer Welt….aber dann kam der Anruf Anfang Dezember: Süße ist es okay wenn ich heute schon komme? Wohlbemerkt das war um zwei Uhr nachmittags. Um zehn Uhr abends kam sie dann bei mir in Melbourne an. Das war so überraschend und so toll, dass ich es die ersten Tage noch gar nicht glauben konnte. Sie hat dann erstmal zwei Wochen bei mir gewohnt und ist letztes Wochenende ausgezogen. In ein benachbartes Haus von Freunden von mir. In dem Haus hat die Freundin von meinem Mitbewohner gelebt, aber wie es sein sollte ist sie letztes Wochenende ausgezogen und jewel ein. Es ist so interessant zu sehen wie das Leben so spielt. Ehrlich.
Jewel arbeitet bei mir in CQ und sie macht ehrenamtlich bei mir auf der Verandah mit. Dort trainiere ich sie im Kaffeemachen. Ihr glaubt gar nicht wie viel Spass mir das macht. Ich glaube ich bin zum Kaffeemachen geboren. Kaffeemachen ist wie kochen. Es ist eine Kunst. Den perfekten Kaffee zu machen und dann noch die perfekte Milch. Echt super.
Ich trainiere momentan Peter Herne. Er ist ein pensonierter Doktor und geht auch in Collins Street Baptist. Das ist so ein schönes Erlebnis. Er ist um die 70 und er macht echt guten Kaffee. Wir haben so viel Spass. Ich meinte auch zu Karen, dass er doch bitte mal meine Position übernehmen soll, aber das wird nichts. Macht ja nichts.
CONGRATULATIONS zu Oli! Er ist jetzt ausgebildeter Make up Artist.
Am Montag wenn alles klappt buche ich meinen Flug nach Hause. Es ist nicht mehr lange. Ich bin ja schon so gespannt.
Was gibt es noch so neues?
Jewel und ich arbeiten jetzt als Bartender (jaaa….) in einem Nachtclub. Es macht so viel Spass. Am Anfang hätte ich das nicht gedacht, weil mich die Leute einfach angeekelt haben, aber man gewöhnt sich dran.
Unsere Pläne für Weihnachten sind ziemlich einfach. Am 24 und 25 arbeiten wir nachts als Bartender im Nachtclub. Das wird so toll. Ich freu mich jetzt schon. Der Barmanager Steve oder auch Peppers genannt meinte ich seh gut aus hinter der Bar. Ich hab auch wirklich Spaß. Dann habe ich ein bisschen Time off und Jewel und ich werden vielleicht ein zwei Tage rausfahren. In der Woche vor meinem Geburtstag fange ich an wieder zu arbeiten und dann sind es auch nur noch wenige Wochen bis ich wieder in Deutschland bin.
Es ist eine komische Zeit für mich gerade, ich habe die letzten Wochen ziemlich viel gearbeitet und konnte mich noch gar nicht mit dem Gedanken Weihnachten, Neujahr und Geburtstag und dann noch Aussie verlassen auseinandersetzen.

Vielen Dank für Weihnachtsgrüsse, meine Karten liegen noch unbeschrieben hier bei mir. Asche auf mein Haupt. Aber mein Herz ist bei euch. Ich fange ein paar Sonnenstrahlen und schicke euch etwas von meiner Guten Laune und meinem Lächeln =).
Passt auf euch auf. Ich wünsche euch eine gute, erholsame und von Gott gesegnete Weihnachtszeit.
Eure Sophie*

Montag, 20. Oktober 2008

Mein Haus....




Der Stuhl auf der Veranda ist mein Lieblingsplatz. Dort sitze ich, sobald ich ein paar Minuten Zeit habe und entspanne und lese mein Buch.

Sonntag, 19. Oktober 2008

ich treulose tomate was?

UIUIUIUIUIUIUIUI…….

Ich hänge ganz schön zurück mh? Ja ich weiß. Es ist auch wie ein Schatten der mich ungefähr immer begleitet und mir schlaflose Nächte bereitet, aber jetzt endlich kann ich den Kreislauf durchbrechen und euch mal auf den aktuellsten Stand bringen. Ja denn es hat sich einiges bei mir getan.
Ich versuche es mal zu gliedern und in einzelnen Teilen zu schreiben.

Mein Besuch bei Jewel in Sydney:
Er liegt ja schon mehr als einen Monat zurück, aber dennoch möchte ich es euch nicht vorenthalten wie es war nach einem halben Jahr des Entzuges endlich meine beste Freundin wiederzusehen.

Ich habe die 12 Stunden Busfahrt auf mich genommen (boah) und es war grausam. Ich konnte einfach vor Aufregung nicht schlafen. Wirklich. Ich saß eigentlich die ganze Zeit im Bus und hab mich nen Kullerkeks gefreut. Ich wollte einfach platzen. Ich hatte einfach kein ventil für diese ganze Energie.
Nun gut in Sydney angekommen musst ich noch einige Zeit warten und habe solange die Sonne am Circular Quay genossen und bin ein wenig durch die Stadt spaziert. Und dann war es endlich soweit. Ich habe noch ein Blümchen gekauft und dann sind wir uns auch schon in die Arme gefallen. Mit tränen und allem drum und dran. Lasst euch gesagt sein:
es ist ein echt komisches Gefühl gewesen. Und auch immer noch ziemlich strange, dass ich sie einfach so anrufen kann. Ein Stück Berlin am anderen Ende der Welt (davon abgesehen, dass die Welt kein Ende hat, aber ihr wisst wie ich das meine).
Wir beide hatten ein paar wunderschöne Tage und haben einfach die Monate ein bisschen aufgearbeitet in denen wir uns nicht gesehen haben, denn bei uns beiden ist einfach so viel passiert und es ist doch etwas anderes sich zu sehen und nicht eben schnell mal am Telefon zu berichten….
Wir haben bei Aldi Berlinkekse gekauft, waren im Botanischen Garten, haben Fotos gemacht, das bombastische Porno-eis gegessen, von dem ich euch schon früher nach meiner Ankunft berichtet habe und alles was man eben so macht wenn man sich in einer anderen Stadt nach einer langen Zeit wiedersieht. Jewel hat eine Nacht mit mir im Hostel übernachtet, dadurch konnten wir länger draußen bleiben und den Abend mit Chinatownfood am Hafen verbringen. Und ich kam in den Genuss mit ihrer Mama und ihrem Bruder zu telefonieren, was doch auch echt mal wieder schön war.
Am Samstag musste ich leider abends auch schon wieder fahren, da ich am Sonntag das Seminar in meiner Gemeinde halten musste.
Wie sollte es auch anders sein, ich hatte meine Unterlagen im Büro vergessen zum Glück von Jewel und mir und doch zum pech für mich. IN Deutschland hätte es mir wahrscheinlich weniger ausgemacht, aber das ganze auf Englisch ist doch nochmal eine andere Sache.
Morgens dann wieder in Melbourne angekommen hieß es wach bleiben und ab ins Büro um nochmal alles durchzugehen. (für euer Zeitgefühl: wir sind immer noch Mitte September) .
Das Training lief soweit ganz gut, sagen die anderen. Aber die die mich kennen wissen wie hart ich mit mir selbst bin. Es war wirklich schlecht. Ich konnte den Anforderungen eines Dozenten nicht gerecht werden. Das hatte mehrere Gründe: ich kannte meine Zielgruppe weniger als nicht, es war so ein bisschen wie GJW wir machen mal und schauen dann wer kommt. Angemeldet hatten sich vielleicht fünf, da waren 15. Dann bin ich davon ausgegangen, dass mehr jüngere da sind: Pustekuchen. Ich war die jüngste, danach kam meine Chefin (45) und dann der Rest (70 aufwärts).
Dazu kam dann noch die Sprachbarriere. Wir deutschen sind ja bekannt für unsere direkte Art und Sophie erst recht, aber das ist hier oft unhöflich. Naja und dadurch konnte ich bestimmte Sachen nicht eindämmen, sie konnten zu viele Seifenblasen blubbern (die die mal bei Henne training hatten die wissen was ich meine =)). Aber es wäre unhöflich gewesen von mir. Ich dachte ja meine chefin macht was, aber die hat keine Ahnung von trainings (ich dachte sie hätte aber irgendwie nicht) und sie fand das alles super: so reden die auch mal miteinander (mhh ja aber dafür ist dieses Training nicht gemacht? Und 1 1/2 Stunden sind dann nicht viel). Naja. Anyway. Ich habs gemacht. Und ich konnte viele Sachen aus dem GJW mit anwenden.
Seht ihr war damals gar nicht gelogen als Henne und ich meinten ich mach GJW Außenstelle Australien. Ich mein das ernst. Ich bin auf nem guten weg.

Okay wo mach ich weiter?
Verandah Ministry.
Nachdem ich jetzt endlich gelernte Kaffeemacherin bin (oder auch barister wie das ab und zu oder auch nicht genannt wird) – boah das macht soooo spass. Ich geh da echt drin auf. Und ich mache richtig guten Kaffee. Ehrlich. Ich wünschte ihr könntet mich alle auf der Verandah besuchen kommen…..ich muss auch endlich mal wieder ein paar Fotos online stellen.
Also die Kaffemaschine ist auf der Verandah und die Verandah ist seit ungef. Einem Monat geöffnet. Es ist eine tolle Sache, ich geniesse es. Auch wenn es sehr stressig ist keine Bürozeit zu haben und ich bin den ganzen Tag halb draussen was mir wiedermal eine leichte kleine Erkältung eingebracht hat. Ich meine im Ernst es schwankt hier zwischen Wintermantel und t-Shirt. Ich bin nicht so flexibel mit Wetter. Ich kann nicht wenn ein Tag 13 Grad und wind sind und am nächsten 23 und Sonne einfach im T-shirt rumlaufen, geschweige denn in Flipflops. Aber so sind die hier. Ich immer mit meinen 3 Tshirts, Pulli und Jacke ich werde grundsätzlich bemitleidet. Was man aber nicht vergessen darf, ich stehe/sitze den ganzen Tag, dass heißt ich bewege mich fast gar nicht.
Sie versprechen mir alle, dass es nicht mehr lange dauert und der Sommer kommt. Ich sag euch, nochmal mach ich das nicht. Ich stand da neulich so an meiner Bahnhaltestelle und konnte meinen Zug nicht nehmen und stand 40 min in der Kälte und ich dachte mir so, nee. Nicht mehr. Ich kann und will nicht mehr frieren. Ich ertrage das nicht mehr (und das ist und war mein voller ernst). Ich bin ein großer Fan von den vier Jahreszeiten, aber nicht von nur herbst und nur winter und nur frieren.)
Andere Geschichte- die verandah ist ein interessanter Spot für Menschen. Wir hatten mittlerweile glaube ich schon alles. Ein russe kam und hat mich beleidigt, weil ich deutsche bin. Nun gut. Passiert. Neulich hatte ich einen er meinte so: komsich, dass hier war mal mein Schlafplatz. Mh. Da wird einem irgendwie schon komisch.
Momentan haben wir das Spring into Gospel Festival. Ein 4 sonntagliches Gospelfestival. Ich bin die Moderatorin und ich mache meinen Job ganz gut. Aber es ist schon super anstrengend mit meinen zwei Jobs und dann noch Sonntags den ganzen Tag arbeiten und abends dann noch im Gottesdienst singen. Schlaucht ganz schön. Neulich hatten wir einen Urban Gospel CHoir hier. Die waren echt gut. Sie haben eine tolle Vision: ihre vision ist: Make a change. Was soviel heisst nutze deine Talente ins gute sowohl für dich als auch für andere. Sie machen tolle Kinder und Jugendarbeit. Nächsten Dienstag wenn alles klappt gehe ich zur Probe. Ich hoffe ja ich kann mir den Dienstag abend freischaufeln, damit ich da regelmässig hingehen kann. Mal sehen.

Meine Zahnarzt story habe ich ja auch noch nicht beendet oder bzw das neueste will ich euch ja nicht vorenthalten. Ich musste wiedermal den Jim besuchen (der Name von meinem Zahnarzt) da mein Zahnfleisch so übel entzündet war und ich vor Zahnschmerzen 3 Nächte nicht schlafen konnte und einfach nur gelitten hatte. Ich sag euch. Naja. Wiedermal ein Loch im Zahn. Ich versteh nicht wo die immer herkommen (jaa ich weiss, karies und baktus undso) aber ich pflege meine Zähne doch so gut? Gut müssen wir ja nicht öffenltich diskutieren =) auf jeden fall habe ich immernoch keine rechnung gesehen? Ich glaube auch er schreibt keine mehr. Er ist da nicht so bei mir. Dafür habe ich ihm und seiner Assistentin dann einen Kaffee vorbeigebracht. Schon lustig, die schauen genau auf meine Verandah. Sie können mir beim arbeiten zuschauen. Schon komisch oder? Ein bisschen wie die trueman show.

Was ist noch so passiert:
Ich bin umgezogen. Nicht in das Haus von dem ich euch erzählt habe, sondern in ein ganz anderes. Total lustig wie das kam. Dave (einer aus meiner Gemeinde) hat mich den einen Tag gefragt ob ich nicht einziehen will. Ich musste mir das lange überlegen wegen der Gegend, aber darauf komme ich ein bisschen später zu sprechen. Auf jeden fall bin ich dann vor drei wochen eingezogen. Juchu. Ich habe ein eigenes Zimmer. Ich wohne mit zwei Menschen zusammen, Ben und Dave, auch eine ganz neue Erfahrung für mich. Aber nicht unbedingt schlecht.
Das Beste: Wir haben zwei Hühner im Garten. Jaaa… und die sind sogar leise. Ich höre die gar nicht. Die sind voll süß. Das eine heißt Esmeralda, das andere weiss ich nicht. Das ist für mich als würde eine Kindheitsgeschichte wahr werden. Meine Familie weiß wovon ich rede. Papa, der jeden Sonntag uns aufs neue erzählt, ich kaufe Hühner und die halten wir und hier im Garten. Gemacht hat er es nie. Aber wenn ich jeden Sonntag schreibe, dann meine ich JEDEN Sonntag aufs neue. SO geil. Ehrlich.
Ben ist mit Ray zusammen und Ray hat eine blaue Taube auf der Schläfe. Komische stelle für ein Tattoo, aber es passt zu ihr. Ben ist sehr umweltbewusst und mein Oli würde eher in dieses Haus passen als ich =). Aber nun gut. Ich habe das Gefühl Gott schenkt mir ein kleines bisschen von meiner Familie in diesem Haus.
Ben braut sein eigenes Bier, hat zwei Tiere im Terrarium, die nicht gefährlich sind und eine blaue Zunge haben, er backt sein eigenen kram, ist ein kleiner messi, kauft gerne aufm Flohmarkt und in second hand läden, gibt nicht soviel auf „äußeres“ und er ist dozent an der uni. Die wohl strangeste Kombination die man sich vorstellen kann. Wenn ich ehrlich bin, ich kann mir das nicht vorstellen. Noch nicht mal ansatzweise. Jedem das seine nicht wahr? =)
Neulich haben die beiden im Garten eine kleine Feuerfackelshow gemacht.

Ich war bei IKEA. (die die henne kennen: im kopf einander akzeptieren, hach was das nicht ein schönder akurs….=))
IKEA ist wie zu Hause nur teuere. Ich musste mir ein Bett kaufen und habe mein ganzes gespartes dafür ausgegeben, dass heisst die nächsten Monate nochmal richtig ranklotzen, ich meine ist ja nicht so als würde ich nicht viel arbeiten, aber irgendwie muss ja das geld wieder reinkommen nicht wahr? Zumal ja auch geburtstage anstehen und pakete geschickt werden müssen usw. mal sehen. Wenn ich nicht arbeite habe ich auch wieder regelmässiger internet, ich kann bens wlan mitbenutzen, was heißt ich kann nach verabredung auch mal wieder skypen….juchu.

Die Gegend in der ich wohne ist eigentlich sehr schön und ich mag sie. Aber die MElbournier sind ein bisschen ängstlicher als die Berliner. Viele meinten zu mir: Ahh nein zieh da nicht hin oder hast du keine Angst da zu wohnen?
Ach leute die sch. Sich voll ins hemd hier. Da nachts eh kein Zug mehr fährt muss ich eh ein Taxi nehmen wenn ich nach Hause will. Ich kann euch gar nicht sagen, wie viel Geld ich hier schon für Taxi ausgegeben habe. Hier fährt ja nachts fast nichts mehr. Das ist hier wie in den Randbezirken von Berlin. HAHA. Sorry.
Ich habe einen Deutschen getroffen, der für meine Kirche einen Schrank gebaut hat und er hat mich so ermutigt dahin zu ziehen. Er hat selber da 2 Jahre gewohnt und meinte ich aus Berlin habe schon ganz andere Sachen gesehen. Womit er nicht ganz unrecht hat. Ganz ehrlich? Ich habe keine Angst! Und wenn ich welche habe ist das kein Problem, entweder nehm ich ein Taxi (ey die bescheissen dich hier so krass) oder Ben holt holt mich ab. Das ist kein Problem. Die Taxifahrer hier fress ich ja ne. Die kommen ja an mir nicht vorbei, das geht ja mal gar nicht. Was ich hier schon alles erlebt habe, ich sage euch, ich kann ein Buch veröffentlichen. Im ernst. Von „mein navi funktioniert in der stadt nicht“ (also im ernste wenn nicht da wo denn bitte dann? In der wüste vielleicht?) Über „ Nee sorry ich kann dich nicht mitnehmen, ja aber du hast doch ein Navi, nee nee das funktioniert nicht, ja aber ich kenn doch den weg, ja nee aber ich kann dich nicht mitnehmen“ – okay kein kommentar. Über ich:“ wir hätten hier abbiegen müssen.“ Er „ das hättest du mir doch sagen müssen“ ich: „nee bezahl ich dich oder du mich?“ „ja aber trotzdem hättest du mir das sagen müssen“ „hallo? Ich bin dein kunde und du hast gesagt du weißt den weg, schon vergessen? Und außerdem: ich muss gar nichts“
Noch mehr geile stories: einer fragte mich doch neulich: „willst du mein freund sein?“ ähm, nein? Steht auf meiner Stirn Wohlfahrt?
Bei dem anderen wären Jewel und ich fast ausgestiegen. Der war Dreistigkeit in Person. Sowas gehört verboten, im ernst. Aber wiedergeben möchte ich das jetzt nicht, ich habe mich schon genug aufgeregt.
Eine hab ich noch moment: Tippt der doch einfach ne falsche Hausnummer in sein NAvi ein. Ich dacht ich werde nicht mehr. Unmöglich. Da komm ich bald günstiger und wahrscheinlich schneller wenn ich mir mein eigenes Auto anschaffe. Im ernst. Mal schauen was ich berichten kann über Taxifahrer bis ich wieder da bin.

Weiter im Text bei meinem anderen Job.
Zwei Jobs sind ja mal der Wahnsinn. Vor allem, wenn keiner auf den anderen Rücksicht nimmt, jeder der Meinung ist er ist wichtiger (aus welchen Gründen auch immer) und der eine feste stunden hat, der andere Flexible. Da kommt man manchmal auf sehr unmenschliche Stunden in der Woche. So wie ich. Warum ich das mache kann ich euch nicht sagen. Am anfagn war es gut mich busy zu halten. Momentan ist es mehr ein ich brauche wirklich diese zwei verschiedenen Welten. Auch wenn das, meine ich, das anstrengendste an diesen zwei job ist. Das mentale hin und her. Beide fordern mich auf sehr unterschiedlich weise. Und auch das genieße ich.
CQ ist körperlich sehr harte Arbeit. Wirklich. Abgesehen von den vielen Stunden ohne auch nur 5 Minuten Pause.
Ende September/ anfang Oktober (was schon wieder so die zeit vergangen- in meinem kopf ist das sooo weit weg) war glaube ich die härteste Woche meines ganzen Lebens (und das heißt einiges bei mir). Wir hatten fünf Nächte in folge (von Sonntag Nacht bis Donnerstag Nacht) eine NAchtclubfunction. Klingt ja soweit ganz nett. Vor allem für Menschen die nicht am nächten morgen um 7 Uhr aufstehen um zu ihrer anderen Arbeit zu gehen. Zudem kam noch, dass ich genau in dieser Woche umgezogen bin. Also: Arbeiten von 8 Uhr abends bis morgens um 3-4 je nachdem wie lange wir mit aufräumen gebraucht haben und dann erstmal noch runterkommen. Und dann um 7 raus um um 9 bei meiner anderen Arbeit zu sein um dann um 8 Uhr abends wieder anzufangen. Ich war so drüber. Das glaubt ihr mir kaum. Dann hatte ich noch Meetings in der Kirche und mit meinem Chiropraktiker (auf dessen Liege ich fast eingeschlafen wäre, im ernst).
Der DJ in diesen nächten war der wahnsinn. Ehrlich. Das war gut. Wir haben auch ordentlich Geld gemacht. Lauter studenten, die party gemacht haben. Ich meine 5 Nächte und immer volles Haus und am letzten Abend sogar richtig voll mit 1500-2000 Leuten.
naja. SO ist das eben. Ich war noch nicht mal fertig. Am Freitag war ich dann aus. Ich hatte viel zu viel Energie. Ich sag euch, ich wusste gar nich mehr wohin damit. Und auch immernoch. Wochen später. Im Nachtclub zu arbeiten ist schon okay. Aber auch irgendwie echt traurig. Die ganzen Leute die sich einfach nur volllaufen lassen (was hier in Aussie wahrscheinlich auch nochmal schlimmer ist als in Deutschland, aber nun gut) nicht mein Leben. Am ersten Abend hatte ich arge Probleme. Ich bedien die auch einfach nicht mehr, wenn ich der Meinung bin die hatten zu viel.
Mein chef ist auch krass drauf. Aber ich möchte jetzt nicht so öffentlich darüber schreiben.
Erzählich ich euch wenn ich wieder da bin. Richtig armer Kerl sag ich euch. Kann einem echt leid tun.

Okay ich habe jetzt schon fünf Seiten voll und ich glaube ich schreibe einfach den Rest in den nächsten Tagen (ich geb mir größte Mühe ehrlich) auf. Möchte euch ja auch nicht überfordern.
Nur schon mal eine kleine vorschau und das ich es nicht vergesse…
da hätten wir:
- Jewels Besuch bei mir in Melbourne
- Weihnachten
- Spring into Gospel Festival
- Worship im 5 pm Service
- Markus der Hobbypastor (große diskussion, sehr große diksussion!) und die Seeds
- jon und lucy und ihr haus und ihre kinder =)
- Roger Moore wer von euch kennt den? Wenn nicht googlen...
- Eric Bibb
- I know im not alone
- Paulo Coelho
- ….?

Zum Schluss noch meine neue Adresse:
Sophie Mulla
35 Essex St
3012 Melbourne/ West Footscray
Australia



Passt auf euch auf.
Ich denke an euch.

Freu mich von euch zu hören.

Schicke euch Sterne,
eure Sophie*

Freitag, 5. September 2008

Stolzer Besitzer einer Kirche......=)

Ich bin jetzt stolzer Besitzer einer Kirche....


naja fast. Ich habe die Schlüssel zu einer wundervollen (wie man auf den neuen hoch geladenen Fotos sehen kann) Baptistenkirche.....
Es ist so spannend zu sehen wie es hier ist. Vieles erinnert mich an die Arbeit im GJW aber irgendwie auch nicht, weil es anders ist. Aber dazu später mehr.

Entschuldigt bitte, dass ich meinen blog so sehr vernachlaessige und auch immer noch nicht auf ein paar emails geantwortet habe, das ganze liegt einfach dadran, dass ich momentan eigentlich nicht anderes mache als arbeite. Ich gehe an meine Grenzen, aber noch ist es okay. Habe die letzten Wochen ungef. 40-70 stunden gearbeitet, ich komme eben ganz nach meinem papa.
Aber jetzt ist es ein bisschen ruhiger um mich, hatte eine fiese erkältung, dann ist mir ein stück vom zahn abgebrochen und ich musste zum zahnarzt, dann ist mein rücken ist ein bisschen kaputt und ich muss regelmaessig zum chiropracticer (matthew- hes lovley), noch irgendwas....? ich glaube das wars erstmal.
Das mit dem Zahn ist leider noch nicht gegessen, ich muss nochmal hin, bohren und so. Ist ja nicht so das ich das letzte halbe jahr nur beim zahnarzt verbracht habe. Nun gut.

Es wird Zeit für Veränderungen. Ich wohne immernoch im Hostel, 3 Monate sind es nun. Ich bin einfach kein Mensch der sich ein Zimmer teilen kann. Die letzten zwei nächte habe ich wieder im Flur auf der Couch geschlafen, Claire meine Zimmernachbarin eine noch fiesere Erkältung hat als ich und ich das nichtt bekommen möchte. Ach und dann so andere kleinigkeiten. Ich kann in dem Bett nicht schlafen und wache morgens immer total fertig auf. Aber mal sehen, am Sonntag bin ich mit Nigel verabredet.
Habe ich ja noch gar nicht erzählt oder? Nigel ist in meiner Gemeinde und seine Mitbewohnerin zieht aus und er hat mich gefragt ob ich einziehen möchte. Eine wunderschöne Wohnung. Ich hätte sogar mein eigenes Bad. Auf jeden Fall musste ich mit dem Preis verhandeln und er is sich nicht sicher usw. und am Sonntag reden wir darüber. Ich bin ja so gespannt was er sagt. Sonst muss ich mir was anderes suchen.....mal sehen. Ich berichte auf jeden fall mehr, sobald ich mehr weiss.
Was ist noch so passiert?
Ohhhh es wird Frühling!!!!!!! Ich dürste nach Sonne. Ich brauche noch nicht mal hitze. Meine laune braucht einfach nur Sonne. Ist ja echt amazing wie depressiv man wird wenn man ewig keine Sonne gesehen hat. Gestern war schön, ich saß am Yarra River, hatte frühstück und saß einfach zwei stunden in der Sonne und habe musik gehört. Das tat so gut.
Heute ist Freitag bei mir und Jewel fliegt los. Ich bin ja so aufgeregt sie bald zu sehen und mit ihr auf einem Kontinent zu sein. Ahhhhhhh. Ich verlinke noch ihren blog mit meinem, falls ihr mal schauen wollt was sie so macht. Es wird zeit für mich ein Herzensmensch um mich zu haben. Ich bin eben nicht einfach zu verstehen auch wenn ich transparent scheine- bin ichs nicht. Und ich habe keinen Herzensmenschen hier und das ist ziemlich hart für mich. Ich meine ich treffe wirklich nette Menschen und zu ein paar würde ich schon sagen es sind meine Freunde, aber......einige von euch wissen ja wie kompliziert ich sein kann =)
Durch meine Erkältung hatte ich mal wieder ein bisschen Zeit mein Heimweh auszuleben. Das war nicht lustig. Ich habe einfach 4 Tage im Bett verbracht, was noch nicht mal mein Bett ist und da hatte ich einfach zuviel zeit nachzudenken. Aber es wird wieder besser. Jeden Tag ein Stück. Ich muss mich nur auf Trab halten und beschäftigt. was ich mir einfach bewusst machen muss ist das ich auf einer verlängerten Hoolidayreise bin. Und ihr alle zu hause auf mich wartet. Und es nicht mehr lange ist. Ich weiss ich werde Melbourne vermissen wenn ich wieder zu hause bin, es ist wirklich eine tolle stadt. Aber berlin ist berlin. Und ich bin einfach ein Berlinkind.

Also zu meinem Job in der Kirche:
Ich fange ein bisschen geschichtlich an.
Die Kirche ist direkt im City Center in der Collins Street (wenn ihr www.collinsstreet.com.au eingebt seht ihr was für geschäfte dort sind) wir sitzen am 'Paris End from Collins Street' was soviel heisst wie direkt gegenüber und um uns rum sind Prada, Gucci, Ralph Lauren, Louis Vuitton (wird das so geschrieben – anyway).....also könnt ich euch ja vorstellen was für Publikum da ist. Okay nun stellt euch vor inmitten dieser Strasse die Gemeinde mit einer Verandah, die seit einem Jahr mit Glas verkleidet ist. Aber auch erst seit einem Jahr (es ist einzigartig ich glaube auf der ganzen welt, aber zumindest in Australien). Die Kirche hat vor 10 Jahren eine Obdachlosenhilfe gegründet. Also mit essen austeilen usw. daraus hat sich eine eigenständige Organisation gegründet --> Urban Seed. Ihr Büro ist in unserem Bürogebäude und sie haben im erdgeschoss das CREDO Cafe. Dort bekommen Sozialschwache eine warme Mahlzeit, wenn sie benötigen Gebet, workshops....ist schon toll. Ab und zu gehe ich dort zum lunch. Ist ein ganz schön komisches Gefühl, aber meine Chefin und ich versuchen einmal die Woche hinzugehen.
Warum ich das alles schreibe, ist: bevor das glas da war haben auf der Verandah Menschen geschlafen, sie als toilette benutzt, zum Drogenkonsumieren undso. Könnt ihr euch ja vorstellen was sonst noch so. Also es war nicht angenehm Sonntags zum Gottesdienst zu kommen – wurde mir erzählt. Nun ist das Glas da und die Gemeinde hat gesagt sie möchte den Space nutzen um eine Oase zu schaffen. Für alle Menschen die kommen möchten. Es wird wunderbar. Ich freue mich schon so. Ziel ist es die Stadt einzuladen, Touristen, internationale Stundenten, nachbarn einfach jeden. Wir werden eine Coffecart haben (also eine prof. Kaffeemaschine. Die leute können etwas kaufen, müssen aber nicht. Sie können auch ihre eigenen Sachen mitbringen und verzehren.
Wir haben mit Simon Holt – ein toller Mensche- Koch und Theologe die letzten Wochen auseinander genommen wie Hospitality und Bibel/Kirche zusammenpasst, was eine Verandah ist usw. richtig gut. Auf der Kirchenhomepage sind seine Predigten (www.csbc.org.au). Lohnt sich echt mal reinzuschauen.
Was nun meine Aufgabe in diesem ganzen Projekt ist:
Ich bin die Assistentin von Karen. Ich habe so meine eigenen Dinger am laufen, da sie sich um die Galerie kümmert die wir zudem auch noch aufmachen und um das Spring into Gospel Festival, welches an der vier Sonntagen im Oktober ist und toll wird. Wir haben richtig gute Gospelchöre am start und ich mache die Moderation....=) Freu mich schon. Eine neue Herausforderung. (hatte ja noch nicht genug in den letzten monaten...)
Also ich kümmer mich um diesen ganzen kram, tshirts, schürzen, werbung, (habe sogar einen artikel für eine zeitschrift geschrieben....jaja) und das beste: ich habe an meinen dozentenjob in berlin angeknüpft. Ich habe ein Training für ehrenamtliche entwickelt was ich am 14. September halten muss. Uhhh.
Habe natürlich alle meine GJW Unterlagen in Berlin, aber Daniel war ja so toll und hat seine sachen geschickt. Ist schon eine krasse Erfahrung. Ich bin wirklich gespannt wie es wird.
Dann schmeisse ich die Verandah. Ich bin für den Anfang die hauptkaffeemacherin- ja ich lerne kaffeemachen.....
ich kümmer mich um das Personal, um die Arbeitszeiten, ums material, eben alles was dazugehört...
Wir hatten viele Meetings. Mein erstes Meeting war schrecklich. Ich war irgendwie ganz gar nicht ich. Aber das ist normal. Ich musste ja auch erst einmal reinkommen. Aber das ist jetzt vorbei.
Halbtagsarbeiten ist ja gar nicht mein Ding. Ich habe gar nicht genug Zeit alles zu schaffen was ich schaffen muss. Ihr kennt mich doch ich kann nicht schlafen wenn ich meine Tagespensum an arbeit nicht schaffe. Aber die schmeissen mich einfach aus dem Büro wenn meine Zeit um ist. Nix mit überstunden.
Haha. Man ihr kennt mich ich ertrag das doch nicht. Sollte mir eigentlich helfen lernen abzuschalten. Ich bin auf einem weg. Aber ich glaube das ist einfach meine persönlichkeit. Ich mach das ja auch gerne.
Ich habe einige Trainings hinter mir, aber das beste kommt morgen am Samstag.
Was ich so gemacht habe:
Hygiene kurs. (alles über sauberes arbeiten in der küchee, ich meine alles common sense, aber für manche eben nicht)

Supervisor kurs: wenn ich den bestanden habe (worüber ich mir noch nicht ganz im klaren bin...war einfach einfach ein bisschen zu schwierig) ist es mir erlaubt food supervisor zu sein.

einen 16 stündigen erste hilfe kurs: der mir großes Kopfkino gemacht hat. Ehrlich. Meine Vorstellung ist einfach zu bildlich. und das 16 stunden. man hab ich gelitten.
wisst ihr was, darüber bin ich noch nicht hinweg.....es gibt hier keine pflicht zum helfen. Sogar ein Polizist, der nicht im dienst ist (also ohne uniform) muss nicht helfen wenn er nicht will. Ich auch nicht wenn ich keinen Bock habe (vorausgesetzt es passiert auf der strasse und nicht im worrkplace) stellt euch das mal vor liegt jemand auf der strasse und ich geh einfach weiter. muss ja nicht helfen und passieren tut mir auch nichts. ich bin noch nicht mal verpflichtet den krankenwagen zu rufen.....da bin ich ja noch nicht drüber hinweg, Aber naja.

Und morgen habe ich meine Baristerkurs. Juuuuccchhhhuuuu.
Heute muss ich erstmal noch in CQ arbeiten.

Momentan haben wir hier in Melbourne die Fashion week. Alles über Fashion. Modenschauen, Workshops, partys etc.
Ich war am Montag mit meiner Chefin auf der Erröffnungsmodenschau....es war toll. Einigen habe ich ja schon Fotos geschickt. Ich stelle aber noch ein paar online, wenn ich zeit habe.
Es war echt super. Tolle sachen. Nicht so abgehobene Fashion, durchaus auch sachen die man auf der Strasse tragen kann.

Vielleicht fahre ich nächste Woche nach Sydney um Jewel zu sehen und Birte, die ja auch hier ist.......hoffentlich lässt mein Zeitplan das zu. Würde ich echt gerne machen. Ich meine sie kommt anfang okt in meine stadt, aber ahhhh.... wir sind nicht mehr weit voneinander entfernt. Mal sehen.

Passt auf euch auf.

Sophie*